Handlungsempfehlungen des Integrationsplanes werden umgesetzt

Elternprojekte für zugewanderte Familien im Landkreis Esslingen vernetzen sich

In ein anderes Land zu ziehen, ist mit vielen Hürden und Unsicherheiten verbunden, erst recht, wenn man für ein oder mehrere Kinder Verantwortung trägt. Um für neuzugewanderte Kinder chancengleiche Voraussetzungen im Bildungssystem zu schaffen, ist es wichtig, deren Eltern auf diesem Weg mitzunehmen und ihnen Unsicherheiten zu nehmen, Informationen an die Hand zu geben und gleichzeitig eine qualifizierte Ansprache zu bieten. Im Landkreis Esslingen leisten verschiedene Einrichtungen, Angebote und Projekte Unterstützung: Sie beraten, begleiten und stärken Eltern mit Zuwanderungsgeschichte in ihrer Rolle als Erziehungspartner. So können Zugänge zu den Regelangeboten angebahnt und kultursensibel begleitet werden.

Elternprojekte vernetzen
Zu diesen Angeboten gehören auch viele verschiedene Elternprojekte, wie beispielsweise einsplusb (Eltern im Netzwerk Sprache plus Bildung) aus Ostfildern oder die sogenannten Elternmentoren der Stadt Nürtingen. In beiden Fällen wurden Eltern durch die Elternstiftung Baden-Württemberg qualifiziert, um wiederum andere Eltern in Kursformaten oder durch persönliche Begleitung fit für ihre Rolle innerhalb des Bildungssystems zu machen. Am Freitag, den 19.07.2019, fand auf Einladung des Sozialdezernates eine Veranstaltung statt, die es zum Ziel hatte, den unterschiedlichen Elternprojekten eine Plattform zur Vernetzung und zum fachlichen Austausch zu bieten. Da es viele erfolgreiche Projekte über den Landkreis verteilt gibt, aber im gut gefüllten Arbeitsalltag oftmals die Zeit fehlt sich über anderer Angebote auszutauschen, konnten sich die rund 35 haupt- und ehrenamtlich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 15 Projekten und Einrichtungen unter dem Dach des Landkreises erstmals kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen.

Professorin Dr. Regine Morys von der Hochschule Esslingen führte zum Auftakt der Veranstaltung in ihrem Vortrag in die verschiedenen Vorstellungen von Erziehung und Familienleben in verschiedenen Kulturen ein. In einer Praxisübung reflektierten die Teilnehmenden aktiv die eigenen Haltungen und Vorannahmen im Umgang mit Eltern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte. Der anschließende Kennenlern-Workshop zeigte eine entscheidende Parallele auf: Allen teilnehmenden Projekten gemeinsam war, wie eng mit Bildungseinrichtungen vor Ort zusammengearbeitet wird und welch wichtigen Baustein sie dadurch in der Unterstützung der Eltern und damit auch der Kinder darstellen.

Sozialdezernentin Katharina Kiewel erläuterte, dass im Rahmen des Konzeptes zur „Elternbeteiligung“ im Rahmen des Integrationsplans des Landkreises geplant ist, einerseits die Bedarfe neuzugewanderter Eltern auf ihrem Weg in die Regelsysteme zu bedienen und andererseits Bildungseinrichtungen für die Belange und Hintergründe dieser Eltern zu sensibilisieren. Der Integrationsplan des Landkreises, verabschiedet im Jahr 2017, hatte dies als Handlungsempfehlung formuliert, so dass nun in einem auf zwei Jahre angelegten Prozess die Beteiligung und Teilhabe neuzugewanderter Eltern am Bildungsweg ihrer Kinder besondere Aufmerksamkeit erfahren. Den Auftakt dazu bildete die Einladung der Elternprojekte ins Esslinger Landratsamt.

Wegweiser für neuzugewanderte Eltern geplant
Als nächster Schritt ist die Erarbeitung einer landkreisweiten Übersicht über Projekte, Angebote und Einrichtungen geplant, an die sich Eltern mit Zuwanderungsgeschichte wenden können, wenn sie über die Angebote des Regelsystems hinaus Unterstützung wünschen. Für das neue Schuljahr ist überdies die Veröffentlichung eines mehrsprachig erscheinenden Wegweisers geplant, der umfassende Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten für neuzugewanderte Eltern und deren Kinder liefert.
 
Information und Kontakt
Für weitere Informationen zum Thema „Elternbeteiligung im Landkreis Esslingen“: Landratsamt Esslingen, Julie Jeck, Sachgebiet Migration und Integration, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Pulverwiesen 11, 73726 Esslingen a.N.,
Telefon 0711 3902-43087, Email: Jeck.Julie@LRA-ES.de

(Erstellt am 31. Juli 2019)

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Peter Keck

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